Freitag, 24. März 2017

Zwischen Wunsch und Realität: Der Auftritt als Arbeitgeber

Wenn es darum geht, potenzielle Bewerber anzusprechen, werden viele Unternehmen kreativ. Da ist dann von Teamgeist die Rede, von Weiterbildung und Karrierechancen, flachen Hierarchien und vielem mehr. Nicht immer stimmt diese Selbsteinschätzung – sehr zum Ärger der Kandidaten, die sich für das Unternehmen interessieren. Die Folge sind frustrierte Bewerber, die sich enttäuscht abwenden und auch in vielen Jahren keinen zweiten Anlauf für einen Job in diesem Unternehmen starten werden.
Dabei muss das gar nicht sein – denn jeder von uns weiß, dass Arbeit kein Urlaub ist. Und es damit auch nicht allein um die Erwartungshaltung der Bewerber an die Arbeitsatmosphäre und den Teamspirit geht, sondern um Leistungsversprechen und deren Einhaltung.
Unternehmen sollten deshalb darauf achten, dass sie ein authentisches Bild vermitteln – von dem, was sie von den Bewerbern erwarten und dem, was den Kandidaten geboten wird. Dies gilt vor allem im Bereich HR-Marketing. Hier werden die Broschüren und Internetseiten, die Social Media-Auftritte des Unternehmens konzipiert und getextet. Dass die Darstellung dabei immer etwas von der Realität abweicht, muss nicht extra erwähnt werden. Allerdings sollten sich Mitarbeiter auch nicht verwundert die Auen reiben und Fragen, über wenn die Marketingabteilung dort berichtet.
Bevor Unternehmen deshalb viel Zeit und Geld in schöne Broschüren und Internet-Auftritte investiert, ist deshalb eine kleine Nabelschau gefragt: Wo steht das Unternehmen? Wie wird es von den Mitarbeitern wahrgenommen? Und wohin will es sich entwickeln? Dieses Ziel kann und sollte durchaus kommuniziert werden – schließlich können potenzielle Bewerber dazu beitragen, die gemeinsame Vision zu verwirklichen.
Allerdings sollte dabei auch darauf geachtet werden, dass dieses Ziel mit dem übrigen Unternehmensauftritt übereinstimmt. Denn dieser darf in keinem Widerspruch zu dem stehen, was aus der Feder des HR-Marketings stammt. Gerade in Zeiten von Google und Co. fallen solche Widersprüche extrem auf und schrecken potenzielle eher ab. Hilfreich ist daher immer wieder ein Blick auf vorhandene Broschüren und Websites, auf Social Media-Kanäle und die Stimmung in Arbeitgeberbewertungsportalen. Mein Tipp: Setzen Sie auch in Arbeitgeberportalen auf Geradlinigkeit – nicht immer geht alles gut und es gibt mal eine schlechte Kritik. Vielen Bewerbern fällt es positiv auf, wenn Sie zur Arbeitgeberbewertung offen Stellung beziehen.
Ist in all dem ein roter Faden erkennbar, steigert das nicht nur die Glaubwürdigkeit – der Arbeitgeber erhält in den Augen der Bewerber ein klares Profil. Und genau das macht Ihr Unternehmen für viele Kandidaten attraktiv.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen