Dienstag, 23. Mai 2017

Es menschelt im Recruiting


Die Digitalisierung macht auch vor dem Personalmanagement nicht halt. Mobile Recruiting, erste Gespräche mit potenziellen Kandidaten via ChatBots – das alles ist nicht nur möglich, es wird bereits gelebt.

Je nachdem, wie viele neue Mitarbeiter gesucht werden und wie weit dies automatisiert geschehen kann, macht der Einsatz digitaler Technologien durchaus Sinn. Auch ich nutze solche Hilfsmittel und (halbwegs intelligente) Werkzeuge, um geeignete Kandidaten für meine Kunden zu finden, ihr Profil mit den Anforderungen abzugleichen und dann erstmals anzusprechen.

Hat der Kandidat Interesse bzw. antwortet er auf meine Anfrage, entspinnt sich jedoch ein persönlicher Dialog. Denn dann geht es um Details, um Zwischentöne, Emotionen und Reaktionen. Diese Informationen, deren Erkennen Menschenkenntnis erfordern, sind für den weiteren Auswahlprozess wichtig. Sie sind Auslöser für Nachfragen und zum Teil intensive Gespräche. Denn bei der Wahl des richtigen Kandidaten geht es eben nicht nur um seine fachlichen Fähigkeiten, sondern auch um Soft Skills: Passt er menschlich ins Unternehmen, in das Team? Vertritt er die gleichen Werte wie das Unternehmen? Ist er ehrgeizig genug, um anstehende Herausforderungen anzunehmen – oder deutet er bereits an, dass er schnell das Handtuch wirft?

Möglicherweise sind ChatBots bald in der Lage, auch diese Informationen zu erkennen und darauf zu reagieren. Solange dies noch nicht der Fall ist, entlastet die Digitalisierung heute schon bei den Aufgaben, die mühsam und fehleranfällig sind – und schafft mehr Zeit für Gespräche zwischen Menschen – denn HR ist ja doch ein „Human-to-human-Business“.

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