Dienstag, 27. Juni 2017

Facebook & Co.: Mehr als eine Reklametafel

Dass soziale Netzwerke eine prima Chance sind, mit potenziellen Kandidaten ins Gespräch zu kommen, hat sich mittlerweile branchenübergreifend rumgesprochen. Auch Facebook ist bei den Unternehmen beliebt, bietet das Netzwerk doch die Möglichkeit, schnell und direkt mit interessanten Kandidaten zu kommunizieren.

Trotzdem bleiben die Erfolge der Karriereseite gerne hinter den Erwartungen der Unternehmen zurück. Dies hat verschiedene Gründe: Zum einen ist sich Facebook darüber bewusst, wie wertvoll die Reichweite für die Unternehmen ist. Das hat zur Folge, dass es immer schwieriger wird, eine rein organische Reichweite zu erzielen. Denn – machen wir uns nichts vor – auch Facebook ist ein Unternehmen, dass davon lebt, Geld zu verdienen. Und dies geschieht durch Werbung und durch gesponserte Postings.

Zum anderen gibt es noch immer Unternehmen, die die sozialen Netzwerke nicht als strategisches Werkzeug erkennen. Eine Seite einzurichten, geht schnell. Sie zu pflegen und regelmäßige mit Inhalten zu füllen, die für die Zielgruppe relevant ist, ist schwieriger. Denn das bedeutet, sich in die Rolle der potenziellen Bewerber zu versetzen und sich zu überlegen, was den- oder diejenige wirklich interessiert und was für ihn bzw. sie relevant ist.

Hier kommt gerne das Persona-Konzept ins Spiel: Unternehmen entwerfen ihre (Marketing-) Zielperson und beschreiben sie ganz genau. Aus dem gesichts- und namenlosen Kandidaten wird dann Max Müller, der verheiratet ist, einen VW fährt, gerne mit seinen Freunden kegelt und bevorzugt in der Toskana Urlaub macht. Dies kann helfen, die Inhalte so auszuwählen und vor allem so zu schreiben, dass sich Max Müller angesprochen fühlt. Es ist aber auch aufwändig und gerade für kleinere Unternehmen oft zu zeitintensiv, ein solches Konzept zu erarbeiten. Zumal Max Müller alleine ja nicht ausreicht – vier bis fünf Personas sollten es schon sein.

Was also tun? Eine einfache und kostengünstige Methode ist es, mit der Zielgruppe selbst zu sprechen: Mit Auszubildenden und Mitarbeitern in den Abteilungen, für die gesucht wird. Auf Karrieremessen und Events. Oder später, wenn die Seite eingerichtet ist, mit den Followern.

Selbstverständlich sollte es zudem sein, dass die Karriereseiten bei Facebook und in anderen sozialen Netzwerken nicht alleine für sich stehen. Sie sind Teil des Embloyer Brandings bzw. der HR-Strategie und zudem ein Kanal der externen Kommunikation. Wording, Inhalte und Themen sollten dies berücksichtigen. Auch bei der Bildsprache sollte dieser Gedanke im Hinterkopf sein, wenngleich hier weniger hohe Anforderungen an Bilder und Videos gestellt werden als bei Marketingbroschüren.

Um regelmäßige Postings zu gewährleisten, hat sich ein Redaktionsplan bewährt. Sammeln und sortieren Sie für mindestens drei Monate Themen und Anlässe für Texte. Bleiben Sie dabei kreativ: Begleiten Sie einen Auszubildenden oder einen Projektmanager über einen längeren Zeitraum. Geben Sie mit Bild und Text immer wieder Einblicke in seinen Berufsalltag, lassen Sie ihn selbst zu Wort kommen und bieten potenziellen Kandidaten abschließend eine Live-Chat mit ihm an. So werden Ihr Unternehmen und die Aufgaben der künftigen Mitarbeiter greifbar.

Es gibt viele Ansätze, mit denen Sie Ihre Karriereseite so spannend machen können, dass Sie aus dem Meer der Wettbewerber hervorsticht. Ergänzend mit weiteren Personalmarketing-Aktivitäten schaffen Sie so die besten Voraussetzungen für ein erfolgreiches Active Sourcing. Denn das gelingt nur, wenn Sie Ihr Unternehmen so präsentieren wie es ist: Spannend und lebendig.

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