Montag, 7. August 2017

Flüchtlinge als Mitarbeiter – eine bürokratische Herausforderung

Bürgerkrieg, Terror, Klimawandel oder auch die wirtschaftliche Lage im Heimatland: Es gibt viele Gründe, weshalb Menschen zurzeit ihre Heimat verlassen und ihr Glück in Europa versuchen. 
Allein in Deutschland haben im ersten Halbjahr 2017 über 77.100 Menschen Schutz gesucht. Viele von ihnen haben keine Schule besucht oder mussten ihre Ausbildung abbrechen, andere haben zuvor als Mediziner, Anwalt, Ingenieur oder in einem anderen Beruf gearbeitet, der für den deutschen Arbeitsmarkt interessant ist.

Für Unternehmen sind sowohl die qualifizierten Flüchtlinge als auch die bislang unqualifizierten eine Chance. Viele sind bereit, in Mangelberufen zu arbeiten bzw. dort eine Ausbildung zu machen. Branchen wie die Gesundheitswirtschaft, Logistik u.a. können von dem Zuzug also durchaus profitieren.

Allerdings gibt es für die Beschäftigung von Flüchtlingen einige Regeln:
  • Nicht jeder Flüchtling darf arbeiten. Prüfen Sie, ob eine Arbeitserlaubnis vorliegt oder ggfs. beim Ausländeramt beantragt werden muss.
  • Häufig muss zudem die Bundesagentur für Arbeit der Arbeitsaufnahme zustimmen.
  • Liegt eine Arbeitserlaubnis vor, muss ggfs. eine Vorrangprüfung durchgeführt werden. Dabei geht es um die Frage, ob ein Deutscher oder ein EU-Bürger das Vorrecht hat, den Job zu bekommen.
  • Flüchtlinge dürfen hinsichtlich Lohn bzw. Gehalt, Urlaub, Arbeitszeiten etc. nicht schlechter gestellt werden als deutsche Mitarbeiter. 
  • Für Flüchtlinge mit Hochschulabschluss, die in einem sogenannten Engpass-Beruf tätig sind oder an einer Maßnahme der Berufsanerkennung teilnehmen, gelten Sonderregelungen.
  • Weitere Sonderregelungen gelten für Flüchtlinge aus sogenannten sicheren Herkunftsstaaten.
Bevor ein Flüchtling beschäftigt wird, sollten Arbeitgeber deshalb auf jeden Fall mit der Arbeitsagentur Rücksprache halten, um sicher zu gehen. Erste Informationen finden Sie in der kostenlosen Broschüre der Arbeitsagentur.



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