Mittwoch, 27. September 2017

Recruitment Fraud: Fake-Stellenanzeigen vermehrt auch in Deutschland


Auch in Deutschland häufen sich die Fälle, in denen Kriminelle mit Fake-Stellenanzeigen im Internet an die Daten potenzieller Kandidaten kommen wollen.
Während in den USA und Großbritannien die persönlichen Daten aus den Bewerbungsunterlagen häufig zum Identitätsdiebstahl genutzt werden, werden sie in Deutschland in der Regel weiterverkauft. Auch die Nutzung zur Geldwäsche ist eine Option, die die Daten für Kriminelle so interessant macht. Dabei erhalten die potenziellen Bewerber eine Geldsumme mit der Bitte, diese an andere weiterzuleiten.
Opfer sind neben den Bewerbern auch die Unternehmen, unter deren Namen die Stellenanzeigen geschaltet werden. Dabei handelt es sich häufig um große internationale Unternehmen, wie beispielsweise die Wiesbadener Kion Group. Hier fiel der Schwindel auf, weil sich Bewerber beim Unternehmen nach den Stellen erkundigt haben.

Was können Interessierte tun, um sich zu schützen? 
  • Prüfen Sie, ob die ausgeschriebene Stelle auch im Karriereportal des Unternehmens zu finden ist.
  • Vergleichen Sie E-Mail-Adressen, Telefonnummern etc. Ist der Aufbau nicht schlüssig, sollten Sie skeptisch werden.
  • Rufen Sie bei dem Unternehmen an und erkundigen Sie sich nach der Stelle.
  • Werden Sie angerufen, sollten Sie Fragen zum Unternehmen stellen. Diese sollten sich nicht allein auf leicht auffindbare Daten beschränken – fragen Sie nach Produkten, die im Laufe des letzten halben Jahres auf den Markt gekommen sind, nach dem vorherigen Geschäftsführer (Wo ist Herr XY eigentlich jetzt?) oder anderen Dingen, auf die man sich nicht so leicht vorbereiten kann. 
  • Lassen Sie sich nicht darauf ein, eine bestimmte Software zu kaufen, um Ihre Daten hinterlegen oder den Job ausführen zu können. Oder einen bestimmten Betrag zu überweisen, um an dem Bewerbungsprozess teilnehmen zu können bzw. vermittelt zu werden. 
  • Hinterfragen Sie kritisch, welche Daten von Ihnen erwartet werden. Was ist wirklich für den Job relevant? Was geht den Arbeitgeber nichts an?

Weitere Informationen zu dem Phänomen "Recruitment Fraud" bzw. „Job Application Scam“ finden Sie unter anderem hier.

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