Montag, 13. August 2018

Vorsicht Datendiebe!

Betrüger gehen einen neuen Weg, um an sensible Daten zu gelangen: Über gefakte Stellenanzeigen kommen sie mit Kandidaten in Kontakt und fordern sie auf, zum Identitätsnachweis online ein Konto zu eröffnen.

Wer sich heute auf eine Vakanz bewirbt, hat es in der Regel leicht: Bewerbungsunterlagen können per Mail versendet oder einfach ein Online-Formular ausgefüllt werden. Kostspielige Kopien, umständliche Ausdrucke und der Gang zur Post entfallen so. Perfekt, oder?
Leider sind die neuen Bewerbungswege auch ein Einfallstor für Datendiebe. Aktuell warnen die Verbraucherzentralen davor, dass beim Identitätsnachweis für Bankkonten per Video Betrüger am Werk sein können. Bei diesem Verfahren füllt der Kunde online ein Formular aus und hält seinen Ausweis in die Kamera. Sind alle Formalitäten geklärt, unterschreibt er live am Computer.
Um an persönliche Daten von Bewerbern zu kommen, machen sich einige Betrüger dieses Verfahren nun zu Eigen. Sie locken Kandidaten mit attraktiven Job-Angeboten und fordern sie im Rahmen des Bewerbungsprozesses dazu auf, zur Identitätsfeststellung per Video-Ident-Verfahren ein Bankkonto zu eröffnen. Haben sie damit Erfolg, kennen die Betrüger nicht nur sensible und persönliche Daten des Bewerbers – sie haben auch Zugriff auf das neu eröffnete Konto.
Was können Bewerber tun, um dieses Risiko zu vermeiden?
  •  Prüfen Sie die Echtheit der Stellenanzeigen, in dem sie auf der Website des Unternehmens nach der offenen Vakanz schauen. Sind Sie unsicher, rufen Sie dort an – es ist auch im Interesse des Unternehmens, dass der Name nicht für Betrügereien missbraucht wird.
  • Achten Sie darauf, persönliche Daten nur auf verschlüsselten Internet-Seiten anzugeben. Dies erkennen Sie an dem https vor dem www.
  •  Seien Sie kritisch, wenn Ihnen bereits beim ersten Kontakt per Telefon oder Chat ein Arbeitsvertrag mit attraktiven Konditionen angeboten wird bzw. der Gesprächspartner einen Identitätsnachweis erwartet
  • In der Regel verfügen Arbeitnehmer in Deutschland bereits über ein Bankkonto. Seien Sie kritisch, wenn von Ihnen die Eröffnung eines weiteren Kontos zum Zweck der Identitätsfeststellung erwartet wird.


Unternehmen können das Risiko, dass ihre Marke für Betrügereien genutzt werden, durch Monitoring reduzieren. Dies gilt auch für kleinere Unternehmen, die nur begrenzte Kapazitäten haben – beispielsweise mit Alerts über Anbieter wie Google und Talkwalker.

Mittwoch, 4. Juli 2018

Schon alle Karriereziele erreicht?

Wir alle sind mit Träumen in unsere berufliche Karriere gestartet. Während der eine sie erreicht, vielleicht sogar übertroffen hat, wurden andere vom Arbeitsalltag ausgebremst. So können Sie die nächsten Karriereschritte beschleunigen!
Die Frage, was wir einmal beruflich werden wollen, begleitet uns in der Regel von früher Kindheit an. Unsere Vorbilder sind unsere Väter und Mütter mit ihren Berufen, die vielleicht sogar eine kleine Familientradition haben. Wer für sich selbst entdeckt, wo seine Interessen und Fähigkeiten liegen, startet häufig mit Elan in seine Ausbildung oder Karriere. Auch die Frage, wo man sich in fünf Jahren sieht, kann beim Bewerbungsgespräch locker beantwortet werden – schließlich ist man ja noch lange nicht am Ziel.
Doch nicht jeder schafft es, seine Karriereleiter so konsequent empor zu klettern. Sei es, weil sich persönliche Rahmenbedingungen – und damit auch die Ziele – ändern. Sei es, weil im beruflichen Alltag die eigenen Ziele in den Hintergrund rücken. Doch je länger man in einem Unternehmen oder auf einer Position bleibt, ohne sich weiterzuentwickeln, umso schwieriger wird es, seine Ziele zu erreichen.
Tipp 1: Halten Sie inne!
Eine der größten Schwierigkeiten dabei ist es, überhaupt erst einmal den Stillstand zu erkennen. Denn im täglichen Berufsalltag mit all seinen kleinen und großen Herausforderungen erkennen wir selbst diese Sackgasse in der Regel nicht. Hier hilft es, sich eine bewusste Auszeit zu nehmen – ein Wochenende oder eine ganze Woche, um einfach mal inne zu halten und sich zu fragen: Wo stehe ich heute? Wie zufrieden bin ich damit? Stimmen meine beruflichen Ziele noch?
Tipp 2: Korrigieren Sie Ihre Laufbahnplanung
Sie werden schnell sehen: Durch Ihre beruflichen Erfahrungen, neue private Rahmenbedingungen oder vielleicht auch neu entdeckte Talente wird es spätestens jetzt Zeit, Ihre Ziele neu auszurichten. Wie viel oder wenig Anpassung nötig ist, werden Sie sehr schnell für sich erkennen.
Tipp 3: Schließen Sie Lücken!
Wer weiter kommen will, braucht Wissen, Erfahrung und Ehrgeiz. Je konkreter Sie wissen, wohin Sie wollen, um so klarer können Sie auch angeben, was Ihnen auf dem Weg dorthin noch fehlt. Nun ist es an Ihnen: Besuchen Sie Weiterbildungen und melden Sie sich für Projekte, die diese Lücken schließen. Zeigen Sie, dass Sie weiterkommen wollen und dafür bereit sind, trotz des täglichen Stress, Mehrleistung zu erbringen.
Tipp 4: Machen Sie auf sich aufmerksam!
Ob und wie schnell Sie weiterkommen, hängt in erster Linie von Ihnen ab. Aber auch davon, ob Sie von anderen gefordert und gefördert werden. Suchen Sie sich deshalb im Unternehmen Verbündete, die die richtigen Weichen stellen können. Signalisieren Sie, dass Sie für den nächsten Schritt bereit sind – auch, wenn es erst einmal erheblich mehr Arbeit bedeutet.
Tipp 5: Nutzen Sie Social Media!
Häufig genug ist ein Jobwechsel ein echter Karriere-Turbo. Doch die Suche nach neuen Arbeitgebern erfordert Zeit, die viele nicht haben. Der aktive Wechsel führt uns zudem immer wieder die Schattenseiten unserer aktuellen Position vor Augen. Dies kann demotivieren. Die Alternative? Lassen Sie sich finden! Zeigen Sie über Ihre Profile in den B2B-Netzwerken Linkedin und Xing, was Sie können, welche Erfahrungen Sie bereits haben und was Sie noch erreichen wollen. So können Sie sich auf Ihre aktuellen Aufgaben konzentrieren, ohne auf einen Jobwechsel verzichten zu müssen – und sind bei einer Anfrage in der komfortablen Position zu wissen, dass Ihr Profil den Vorstellungen Ihres potenziellen Arbeitgebers entspricht.

Montag, 25. Juni 2018

Active Sourcing in Zeiten der DSGVO

Seit dem 25. Mai ist sie in Kraft: Die Datenschutz-Grundverordnung, kurz DSGVO. Und sie betrifft auch die HR-Welt

Die gute Nachricht: Auch auf Basis der DSVGO ist Personalarbeit inklusive Active Sourcing weiterhin zulässig – darüber hat der Datenschutz-Experte Oliver Baldner in unserem Blog bereits hier berichtet. Trotzdem hat die DSGVO auch bei Personalverantwortlichen viel Staub aufgewirbelt. Und das aus gutem Grund. Denn die – auch bisher – vertraulichen Bewerberdaten müssen jetzt noch sorgfältiger behandelt werden, als in den Jahren zuvor. Und dies gilt für sämtliche Prozessschritte – also das Erheben, Erfassen, Speichern, Organisieren, Anpassen, Verändern, Verwenden und Abgleichen der Daten bis hin zur Löschung oder Vernichtung der Bewerbungen. Unternehmen, die dazu eine spezielle Software nutzen, müssen sichergehen, dass diese DSGVO-konform ist. Nicht zu vergessen: Der Bewerber muss mit der Speicherung und Verarbeitung seiner Daten ausdrücklich einverstanden sein!
Viele Datenschutzverstöße dürften jedoch an ganz anderer Stelle geschehen – nämlich bei den internen Prozessen der Bewerberauswahl. Natürlich ist es wichtig, dass Fachbereiche mit einbezogen werden – aber wie viel müssen, wie viel dürfen sie über den Bewerber erfahren? Der schnelle Blick in die Bewerbungsunterlagen durch künftige Kollegen ist damit kein Kavaliersdelikt mehr, sondern kann vor dem Hintergrund der DSGVO zu hohen Geldbußen führen.
Was folgt daraus? Personalabteilungen, die ihre Prozesse noch nicht durchleuchtet und dokumentiert haben, sollten dies zeitnah nachholen. Sie werden schnell feststellen, wo Sie eventuell noch hinsichtlich des Datenschutzes nachsteuern müssen. Wo Unsicherheit herrscht oder ein Datenschutz-konformer Prozess nicht gewährleistet ist, sollten externe Experten zu Rate gezogen werden. Dies gilt auch für den Bereich Active Sourcing, bei dem zum Teil Daten aus mehreren Quellen zusammengefügt werden, um zu entscheiden ob ein potenzieller Kandidat angesprochen werden soll.

Zumindest für den Übergang, bis alle Prozesse geprüft und angepasst sind, kann es deshalb für Unternehmen vorteilhaft sein, das Bewerbermanagement inklusive des Active Sourcing outzusourcen. Externe Personalverantwortliche arbeiten in der Regel bereits so, dass sie alle Daten und alle Kontakte mit dem Kandidaten dokumentieren – eine wichtige Regel der DSGVO. Damit können sie beispielsweise bei einer gewünschten Auskunft durch Kandidaten sofort offenlegen, wann warum welche Daten wo gespeichert wurden. Allein diese Dokumentationspflicht dürfte viele Personalbereiche in Unternehmen bereits vor große Herausforderungen stellen. Oder wissen Sie genau, in welchem E-Mail-Körbchen noch die Bewerbung Ihres letzten Auszubildenden schlummert?

Dienstag, 5. Juni 2018

Jobanzeigen auf der Facebook-Seite

Nun spielt auch Facebook beim Kampf um die besten Talente mit: Nutzer des sozialen Netzwerks können auf ihrer Unternehmensseite Jobanzeigen veröffentlichen
Sich auf Facebook über potenzielle Arbeitgeber zu erkundigen – das tun potenzielle Kandidaten schon lange. Nun können sie sich auch direkt im Sozialen Netzwerk dort bewerben. Zumindest, wenn das Unternehmen die neue Funktion von Facebook nutzt und dort eine Jobanzeige schaltet.
Unternehmen, die das neue Angebot nutzen wollen, erstellen mit der Anzeigenschaltung eine neue Unterseite auf ihrer FB-Seite. Auf ihr werden ausschließlich die Jobangebote veröffentlicht. Dargestellt werden die offenen Positionen in chronologischer Reihenfolge.
Bei der Gestaltung sind Text und Bild gefragt, um die vakante Position so attraktiv wie möglich darzustellen. Darüber hinaus fragt Facebook Jobtitel, Ort, Arbeitszeit und die Stellenbeschreibung ab. Optional können auch die Bezahlung angegeben und bis zu drei Fragen an Bewerber hinterlegt werden.
Von der Anzeige bis zur Bewerbung alle Schritte im Netzwerk
Bewerben können sich die Kandidaten direkt im sozialen Netzwerk durch Klick auf den entsprechenden Button. Daraufhin öffnet sich ein Formular, in dem der Bewerber seine Kontaktdaten und eine kurze Begründung angeben kann, weshalb er sich als geeignet betrachtet bzw. warum er sich auf die Stelle bewirbt. Weitere Möglichkeiten wie beispielsweise das Mitschicken eines Lebenslaufes sind nicht vorgesehen.
Übermittelt werden die Bewerbungen über das Facebook-Postfach und – auf Wunsch – zusätzlich an eine hinterlegte E-Mail-Adresse.
Das klingt einfach – und ist es auch. Allerdings gibt es natürlich auch ein paar Nachteile. Zum einen werden Kandidaten sich nur dann bewerben, wenn das Angebot sichtbar ist. Deshalb sollte das Angebot aktiv gepostet und verbreitet werden – im Zweifel auch durch ein Anzeigenbudget.
Zum anderen bekommt das Unternehmen im ersten Schritt nur minimale Angaben vom Bewerber. Wenn weitere Informationen gewünscht werden, müssen diese aktiv eingefordert werden. Erst dann zeigt sich, ob der Kandidat wirklich so vielversprechend ist, wie man hofft. Je nach Zahl potenzieller Kandidaten ist dies natürlich ein erheblicher Mehraufwand für das Unternehmen. Zudem sollte überlegt werden, für welche Jobs sich das soziale Netzwerk eignet. Wer beispielsweise Fahrer sucht, dürfte hier auf dem richtigen Weg sein. Bei anderen Positionen, beispielsweise im Management, kommt Facebook wohl eher nicht in Frage.
Trotzdem halte ich das Angebot für durchaus erfolgsversprechend – gerade für eher bodenständige Positionen, bei denen die Kandidaten auch außerhalb von Social Media eher kurze Bewerbungen schreiben.


Mittwoch, 16. Mai 2018

Klare Regeln im Auswahlprozess

Im fünften und letzten Teil unsere Blogserie betrachten wir die Regeln, nach denen der Auswahlprozess stattfinden muss. Denn auch hier spricht der Gesetzgeber mit.

Welcher Bewerber am Ende des Auswahlprozesses die Zusage für den Job bekommt, hängt in erster Linie natürlich davon ab, wer am besten zum Unternehmen und dessen Anforderungen passt. Die Einstellung von neuen Mitarbeitern ist schließlich kein Selbstzweck, sondern dient immer klar definierten Zielen.
Trotzdem sind Unternehmen bei ihrer Entscheidung und im Auswahlprozess selbst nicht ganz frei. Denn auch beim Auswahlprozess spricht der Gesetzgeber mit. Vor allem das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) spielt hier eine große Rolle. Vereinfacht gesagt legt es fest, dass jeder Kandidat grundsätzlich die gleiche Chance auf den Job eingeräumt werden muss – unabhängig von seinem Alter, seiner Religion, seinem Geschlecht und seiner Herkunft. Dabei reicht es nicht aus, die Stellenangebote entsprechend zu formulieren – auch im Prozess selbst sollte darauf geachtet werden, dass alle Beteiligten rechtssicher handeln und kommunizieren.
Ebenfalls wichtig ist die Angabe, bis wann die Bewerbung eingegangen sein muss, damit sie berücksichtigt wird. Fehlt diese, kann niemand mit dem Hinweis, er sei zu spät dran, abgelehnt werden. Und natürlich spielt auch die DSGVO eine Rolle im Prozess: Wann welche Daten erfasst und gespeichert werden, wer darauf Zugriff hat und wann sie wieder gelöscht werden, wird ab dem 25. Mai 2018 eine wichtige Frage sein. Denn dann endet die Übergangsfrist zur Einführung der neuen Datenschutzregeln.
Welche Auswirkungen die DSGVO auf Active Sourcing hat, können  Sie in dem Blog-Beitrag von Oliver Baldner nachlesen.