Dienstag, 12. April 2016

Employer Branding – mehr als nur Marketing


Die Weiterempfehlung durch zufriedene, engagierte Mitarbeiter ist eines der Ziele des Employer Branding. Diese Unternehmensstrategie entstand in den späten 1990er Jahren als Reaktion auf den Fach- und Führungskräftemangel und wird auch für kleine und mittelständische Unternehmen immer wichtiger.

Grundlage des Employer Branding ist die Erkenntnis, dass sich Bewerber nicht allein aufgrund von Gehaltshöhe und Karrierechancen für einen Arbeitgeber entscheiden. Wer die Wahl hat, schließt weitere Aspekte in die Entscheidungsfindung mit ein. Dazu gehören das Unternehmensimage, die Unternehmenskultur, aber auch die Werte und Ziele eines Unternehmens.

Warum sind diese Kriterien so wichtig? Fach- und Führungskräfte sind in der Regel zwischen acht und zwölf Stunden im Unternehmen, und damit den Großteil des Tages. In dieser Zeit möchten sie sich wohlfühlen und sich mit Menschen umgeben, die ihnen zumindest weitestgehend sympathisch sind. Zum anderen möchten sie stolz auf ihren Arbeitgeber und auf ihre Arbeit selbst sein. Sie möchten sich mit dem, was sie tun, identifizieren und nicht gegen eigene Überzeugungen handeln. Diese Aspekte spielen bei der Suche nach einer neuen Position eine entscheidende Rolle.

Noch deutlicher wird die Bedeutung einer positiven Arbeitgebermarke jedoch, wenn ein potenzieller Kandidat angesprochen wird. Die Bereitschaft, eine gute Position für ein unbekanntes Unternehmen oder einen Arbeitgeber mit schlechtem Ruf aufzugeben, dürfte gegen Null tendieren.

Immer mehr Unternehmen haben dies erkannt und investieren deshalb gezielt ins HR-Marketing. Sie beteiligen sich an Awards wie „Top100 Arbeitgeber“ und „Ethics in Business“ oder lassen sich als „Fair Company“ anerkennen. Employer Branding ist – wenn es richtig betrieben wird – jedoch nicht nur schöner Schein, sondern eine fest im Unternehmen verankerte Unternehmensstrategie, die auch die wirtschaftlichen Ziele berücksichtigt.


Tipp: Jeder Auftritt zählt!


Unternehmen werben mit jeder Kommunikationsmaßnahme und jedem Kunden-kontakt um potenzielle Kandidaten. Dementsprechend sollte der Unternehmensauftritt hinsichtlich der Kernbotschaften durchdacht sein. Widersprüche bei der Ansprache von Kunden und Mitarbeitern oder auch inhaltlich lieblose Broschüren und Internetauftritte wirken sich negativ auf das Recruiting aus. Achten Sie deshalb darauf, dass Ihre Stärken als Arbeitgeber sich in allen Kommunikationsmaßnahmen – zumindest indirekt – wiederfinden.

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