Dienstag, 26. April 2016

Facebook: Lange aus der Pubertät hinausgewachsen


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mmer wieder hört man, dass Facebook vergreist und die jüngeren Mitglieder dem Netzwerk den Rücken zukehren. Sieht man sich die Zahlen an, merkt man schnell: Das stimmt nur halb. Denn auch wenn die Zahl der jüngeren Nutzer nicht so schnell wächst wie die anderer Altersstufen – von einer Abkehr kann keine Rede sein. Immerhin sollen etwa 56 Prozent der 10- bis 18-Jährigen das Netzwerk aktiv nutzen.

Wie viele Mitglieder Facebook in Deutschland insgesamt hat, kann dabei ebenso wenig konkret gesagt werden, wie der tatsächliche Anteil der Jugendlichen. Denn das Netzwerk veröffentlicht keine gesonderten Zahlen für die Bundesrepublik. Experten gehen jedoch von etwa 26 Millionen Nutzern in Deutschland aus (https://buggisch.wordpress.com/2016/01/04/social-media-nutzerzahlen-in-deutschland-2016/). Für diese Mitglieder spielt dabei keineswegs nur der private Austausch mit Freunden und Familie eine Rolle – im Gegenteil. Die Präsenz von Medien, Unternehmen und NGOs sowie der Austausch unter Gleichgesinnten werden für die Mitglieder immer wichtiger, so unsere Wahrnehmung.

Auch für Unternehmen wird Facebook zunehmend attraktiv – und zwar sowohl für den B2C- als auch den B2B-Bereich. Unter anderem, weil immer mehr Manager in dem sozialen Netzwerk aktiv sind. Neben den klassischen Marketingmaßnahmen setzen deshalb immer mehr Unternehmen auch im Bereich Recruiting auf Facebook. Der Schwerpunkt liegt hier eindeutig auf der Suche nach Auszubildenden und Nachwuchskräften. Erreicht werden aber durchaus auch potenzielle Kandidaten mit Erfahrung, die sich in Facebook nach potenziellen neuen Arbeitgebern umschauen.

Karriereseite für Fans

Die „klassische“ Präsenz eines Unternehmens auf Bewerbersuche ist bei Facebook die Karriereseite. Die Zielrichtung der Karriereseiten sind dabei unterschiedlich: Während ein Teil der Unternehmen gezielt unterschiedliche Karrierelevel anspricht, konzentriert sich die Deutsche Post DHL hauptsächlich auf die Gewinnung von Auszubildenden, Studenten und Absolventen. Aber auch Praktikumsplätze oder Arbeitsangebote in der Produktion werden über Facebook angeboten.

Dabei setzt die Deutsche Post DHL gezielt auf die Verlinkungsmöglichkeiten mit anderen Internetpräsenzen. Dazu werden von der Facebook-Seite aus Videos auf Youtube verlinkt oder aber auch auf die eigene Website verwiesen.

Aktive Suche nach Kandidaten schwierig

Doch wie attraktiv ist Facebook für die Kandidatensuche? Um es direkt zu sagen: Personalmanager, die Facebook aktiv für die Bewerbersuche nutzen wollen, haben es im Vergleich zu anderen sozialen Netzwerk schwer. Denn anders als bei Xing und LinkedIn sind hier keine Business-Profile vorgesehen. Viele geben noch nicht einmal an, ob sie arbeiten – geschweige denn, wo. Dementsprechend schwierig lässt sich die Laufbahn der User recherchieren. Die erweiterten Möglichkeiten der Suche Standard-Suche um Parameter wie Stadt oder Arbeitgeber reichen für ein professionelles Recruiting nicht aus.

Dabei besitzt Facebook durchaus Informationen, die für Personalmanager interessant sein könnten. Um jedoch die Menschen zu erreichen, die sich für ein bestimmtes, berufsaffines Thema interessieren, müssen Unternehmen andere Wege gehen. Denkbar ist beispielsweise die Schaltung von Anzeigen, die sich an eben diese User richten. Der Vorteil liegt in der genauen Ansprache der Zielgruppe: die Anzeige wird nur bei den Usern eingeblendet, die dem gewünschten Profil entsprechen. Allerdings steht wenig Platz für die Botschaft zur Verfügung: Das Werbeanzeigebild darf maximal 20 Prozent Text beinhalten – inklusive Logos und Slogan. Wer damit auffallen möchte, muss entsprechende Kreativität an den Tag legen.



Tipp: Personalsuche mit Facebook – die wichtigsten Vor- und Nachteile

+ gute Verlinkungsmöglichkeiten mit anderen Internetpräsenzen

+ direkter Dialog mit potenziellen Kandidaten

+ Aufbau persönlicher Beziehungen

+ regelmäßige Information der Fans durch die automatische Einblendung der Postings 
   auf deren Startseite

- regelmäßig aktueller Content nötig, um nicht zu langweilen

- negative Postings zum Unternehmen sind nicht ausgeschlossen; 
 die Site muss daher regelmäßig beobachtet werden um ggfs. eingreifen zu können

- aktive Suche nach Kandidaten schwierig

- Kompetenzen potenzieller Bewerber schwer recherchierbar



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