Dienstag, 21. Juni 2016

Lebensläufe im Internet: Profile richtig lesen und bewerten

Jeder von uns möchte sich nach außen möglichst gut darstellen – dies gilt natürlich auch für die Profile in Sozialen Netzwerken. Schließlich können sie die Türöffner zu einem neuen, lukrativen Job sein.
Die Profile in den Business-Netzwerken räumen diesem Ziel entsprechend viel Platz ein. Neben den Angaben zu den beruflichen Stationen können Mitglieder hier ihre fachlichen Qualitäten hervorheben, auf abgeschlossene Projekte und Veröffentlichungen hinweisen. Dies ist für Personalverantwortliche sehr aufschlussreich – erfahren sie so doch mehr über den potenziellen Kandidaten. Ein weiterer Vorteil: Die angegebenen Qualifikationen werden bei der erweiterten Suche berücksichtigt. Damit wird die Aufgabe, aus den unzähligen Profilen den richtigen Kandidaten zu finden, mit geschickten Suchfragen und entsprechender Zeitinvestition beherrschbar.
Ist ein potenzieller Kandidat gefunden, heißt es noch einmal genauer hinschauen. Denn es kann schon passieren, dass potenzielle Kandidaten von ihren Schwachstellen in der Qualifizierung und im Lebenslauf ablenken wollen. Deshalb achte ich bei der Personalsuche auf folgende Punkte:

  • Wie aktiv ist der Kandidat in den sozialen Netzwerken? Dies hilft mir, die Aktualität des Profils einzuschätzen.
  • Klingt die Positionsbezeichnung vor dem Hintergrund der angegebenen Laufbahn glaubwürdig? Wer kurz nach dem Studium Vice President ist oder von der Aushilfe zur Geschäftsleitung aufsteigt, hat vielleicht eher sein berufliches Ziel angegeben.
  • Passen die Kompetenzen zur beruflichen Laufbahn und der aktuellen Position? Arbeitet jemand beispielsweise als Sachbearbeiter ist Führungsverantwortung nicht unbedingt selbstverständlich. In solchen Fällen sollte hinterfragt werden, was mit diesem Skill tatsächlich gemeint ist.
  • Der Lebenslauf beinhaltet ein Studium, es ist aber kein Abschluss angegeben? Möglicherweise wurde nie einer gemacht – was nicht bedeuten muss, dass der potenzielle Kandidat dazu nicht fähig gewesen wäre. Vielleicht wurde „auf den letzten Metern“ einfach eine andere Chance ergriffen.

Bei interessanten Kandidaten lohnt es sich übrigens, Schwachstellen im Profil direkt anzusprechen. Möglicherweise steckt hinter der schnellen Karriere eine überzeugende Geschichte. Wird die Wahrheit geschönt, werden Sie das im Gespräch sehr schnell erkennen.



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