Dienstag, 30. Oktober 2018

Vorsicht KI! Weshalb auch im HR nicht alles automatisiert werden sollte

Künstliche Intelligenz begegnet uns häufiger, als wir ahnen. Auch im Personalmarketing und im Active Sourcing gibt es vielversprechende Lösungen. Doch auch hier gilt: Nicht alles, was möglich ist, ist auch sinnvoll.
Hand auf’s Herz: Können Sie noch entscheiden, ob Sie mit einem Menschen oder einem Chat-Bot kommunizieren? Gerade in Sozialen Netzwerken ist dies schon lange nicht mehr eindeutig – vor allem dann, wenn man mit Unternehmen kommuniziert. Automatische Nachrichten sind hier, aber auch in den Chat-Angeboten auf Unternehmens-Websites häufiger die Regel als die Ausnahme.
Auch im Bereich Bewerbermanagement und Recruiting gehört KI bereits seit langem zum Alltag zahlreicher Unternehmen. Die digitalen Helfer übernehmen beispielsweise den Abgleich von Lebensläufen mit den Erwartungen der Unternehmen, die erste Kontaktaufnahme via Mail, persönlicher Nachricht in einem Sozialen Netzwerk oder auch das Eingangsinterview. Auch Big Data-Analysen, um die Eignung des Kandidaten zu prüfen, finden bereits statt. Wie erfolgreich die KI dabei ist, hängt von ihrer Programmierung ab – und natürlich davon, welches Wissen sich die selbstlernenden Programme im Laufe der Zeit aneignen.
Über die Vorteile der digitalen Assistenten für die Unternehmen müssen wir nicht sprechen – sie liegen auf der Hand. Und noch ist die Realität auch weit davon entfernt, dass KI über Einstellungen entscheidet. Sollten Unternehmen deshalb alle Möglichkeiten der KI nutzen, um geeignete Bewerber zu finden? Wohl kaum. Denn gerade im Bereich Personal geht es um Menschen. Um ihre Fähigkeiten und Weiterentwicklungswünsche. Um Mitarbeiter, die sich mit Unternehmenswerten und ihren Aufgaben identifizieren wollen. Die sich im Team engagieren wollen.
Damit sie sich für ein Unternehmen als Arbeitgeber entscheiden können, müssen sie die Chance haben, dieses im Vorfeld auch kennenzulernen. Und dies geschieht nun mal durch den persönlichen Dialog – der im Übrigen auch dem Unternehmen das Kennenlernen des Kandidaten ermöglicht.
Bei der Frage, welche KI für Recruiting eingesetzt wird, sollten deshalb ein paar Fragen beachtet werden:
  • Welche Prozesse sind zeit- und kostenaufwändig?
  • Welcher dieser Prozesse können automatisiert werden?
  • Wie kann KI uns dabei unterstützen, alle relevanten Informationen für eine Vorentscheidung zu erhalten? 
  •  An welcher Stelle erwartet der Kandidat einen persönlichen Kontakt mit dem Unternehmen?
  •  Wann ist der persönliche Kontakt auch aus Unternehmenssicht sinnvoll?


Mein Tipp: Nutzen Sie KI im Vorfeld – zur Kandidatenrecherche und der ersten Ansprache. Kristallisiert sich heraus, dass der Kandidat in die engere Auswahl kommt, ist der persönliche Dialog gefragt. Damit signalisieren Sie echtes Interesse am Kandidaten und erfahren zudem vielleicht mehr über die Person, da Sie aus dem Gespräch heraus Ihre persönlichen fragen stellen können.

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